Der Name des Dorfes

Der Name unseres Dorfes hat eine merkwürdige Entwicklung. Der Name ,,Berzbuir“ erscheint zum ersten Mal nach 1770 in den Taufbüchern der Pfarre Lendersdorf.  In den Standesamtsregistern des Standesamtes Birgel, heute Düren, wird der Name seit 1825 verwendet. Vorher wurde in den Standesamtsregistern ab 1800 etwa der Name ,,Bertzbuer“ verwandt. Vor 1770 wird in den Pfarrbüchern der Ort mit ,,Benzberg“, ,,Bertzbur“, ,Bertzbeur“, ,,Bertzberg“ und ,,Berzberg“ bezeichnet. Wie schon vorhin erwähnt, wird in einer Urkunde des Jülicher Lehnbuches von 1693 der Bauschhof als Hof zu Pertzborn bzw. Bertzborn genannt.

Über die Bedeutung des Namens Berzbuir gibt es keine eindeutige Aussage. Nach Wilhelm Kaspers ist das Bestimmungswort ,,Berz“ augenscheinlich ein Personenname, und zwar zur Personennamengruppe ,,Berath“ gehörig. ,,Buir“ hat als Grundform ,,bur“ zur Bezeichnung von Gebäuden ein hohes Alter. In ,,bur“-Orten sind bäuerliche Siedlungen zu vermuten. Auf die überlieferte Form ,,Berz-Berg“ geht Kaspers nicht ein. Er nimmt offenbar an, daß ,,buir“ = bur die ursprüngliche Form ist. Bemerkenswert ist aber, daß im Volksmund des Dorfes und seiner Umgebung heute noch die Form gebräuchlich ist, die seit rd. 200 Jahren als offizielle Bezeichnung, nicht mehr verwendet wird, nämlich ,,Berzberg“ oder mundartlich ,,Biäzberch“. Berzbuir kann demnach gedeutet werden als bäuerliche Siedlung der Familie ,,Berath“ = Berz.

Neueste Nachforschungen von Hans-Joachim Kuck zeigen jedoch noch eine andere mögliche Namengrundlage auf. Auf einer alten, aquarellierten Federzeichnng des Landvermessers Johann Peter Müller ist Berzbuir eindeutig eingezeichnet und als "Pferdsberg" bezeichnet. Damit wäre dann eine Örtlichkeit bezeichnet, die durch ihre Perdehaltung und/oder Pferdezucht gekennzeichner wäre. Das wäre auch unter dem Blickwinkel des über mehrere Jahrhunderte andauenden Abbaus von Eisenerz in unserer unmittelbaren Nachbarschaft stimmig. Das Pferde in großer Zahl benötigt wurden, um das Erz zur Verhüttung zu transportieren, versteht sich von selbst.  Die Hütte im Nachbarort Lendersdorf wurde schon 1623 gegründet und auf einem Gemälde von Carl Schütz aus den Jahre 1638, weches das damalige Fabrikgelände zeigt, sind auch zahlreiche Fuhrwerke zu erennen.